Fächer verbindender Unterricht

Eine Unterrichtswoche der besonderen Art 

„Die Zootiere“ – „Das Leben im Mittelalter“ – „Der Ball ist rund wie die Welt“ – „Industrialisierung“ – „Die Zwanziger Jahre“ – allesamt Themen der fächerverbindenden Unterrichtswoche  vom 21.03. bis 25.03. 2011 am Johann-Walter-Gymnasium Torgau.

Primäre Intention dieser Art  des Unterrichtens ist es, ein Thema des Lehrplans multiperspektivisch zu betrachten. Hierbei besteht für jeden Einzelnen die Möglichkeit, sich intensiver mit Fragestellungen auseinanderzusetzen, Informationen selbstständig zu beschaffen, jene auszuwerten und für Präsentationen aufzubereiten.

So faszinierten die Fünfklässler bereits an dem ersten Tag der Woche im Leipziger Zoo  die Tiere, deren spezifische Merkmale sie im Weiteren untersuchten. Wie leben Menschenaffen, Robben, Huf- und Nagetiere, was möchte ich über sie wissen und meinen Freunden erzählen?

Das Leben im Mittelalter kennen zu lernen war Gegenstand der Klassenstufe 6.

Ich schreibe im Museum mit einem Federkiel, sehe das althergebrachte Brauen des Bieres, kann mit den Torgauer Geharnischten kommunizieren – Erlebnisse nicht alltäglicher Art. Gleichsam betrachteten die Schüler das Leben in den Zünften sowie die Authentizität mittelalterlicher Tänze und Instrumente und gestalteten hierzu künstlerische Arbeiten.

Eine kleine Fußballweltmeisterschaft am Johann-Walter-Gymnasium – ein Muss im Jahr der Fußballweltmeisterschaft der Frauen 2011.

Niclas Winkler 7d.jpgNiclas Winkler, Schüler der Klasse 7d, resümiert: „Die fächerverbindende Unterrichtswoche finde ich sehr gut. Ich gehöre zu der Fußballmannschaft von Nigeria und wir haben uns bereits für das Finale qualifiziert. In Geografie beschäftigten wir uns mit den jeweiligen Ländern und präsentierten  ihre Besonderheiten. In Mathe haben wir platonische Körper gebastelt und selbst die Mathearbeit war nicht so schlimm.“.

Im Mittelpunkt  der Klasse 8 stand das Thema „Industrialisierung“, besonders in Sachsen. „Sehr eindrucksvoll waren die diesbezüglichen Exkursionen in das Industriemuseum nach Chemnitz und in das BMW-Werk nach Leipzig.“, ist die Meinung vieler Jugendlichen. Die informative und praxisnahe Tätigkeit in den Fächern Geschichte, Physik, Deutsch und Englisch stimulierte zu abschließenden Statements über gezielte Themen.

Spezifika der Zwanziger Jahre hinsichtlich der Künste, der Kultur,  der Entwicklung der Naturwissenschaften – Themengebiete, mit denen sich die 9. Klassen auseinandersetzten. Ziel   hierbei war, ein möglichst lebensnahes Bild der Zeit entstehen zu lassen und dieses abschließend in einer gemeinsamen Vorstellung den anderen Jugendlichen überzeugend darzubieten.

Die Schüler der Jahrgangsstufe 10 fuhren während der fächerverbindenden Unterrichtswoche nach Krakau. Während einer Stadtführung gewannen sie Einblicke in das Leben der Juden vor dem Zweiten Weltkrieg und heute. Inga Anselmi reflektiert über die Begegnung mit einem Rabbi, dass dieser alle Jugendlichen sehr weltoffen empfangen und jede gestellte Frage sehr emotional beantwortet habe. Betroffenheit zeigt sich in den Worten der Schüler über den Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Bilder, die sie sicherlich nicht so schnell vergessen werden.

Eine zukunftsorientierte Fragestellung verfolgten die Inhalte der Klasse 11.

Die Jugendlichen erhielten sehr differenzierte Angebote zur Berufs- und Studienorientierung.   

Themen, wie  „Entspannt und gut informiert ins Studium“, „Motivationsschreiben für Ausbildung, Studium, soziale Dienste“, „Bewerbungs- Einschreibeverfahren, Finanzierung“, sprachen die Schüler ebenso an wie das Absolvieren eines Bewerbungstests oder die Teilnahme an einem Assessment-Center, veranstaltet durch Lisa Kühn 11. Klasse.jpgdie Krankenkassen AOK, IKK und Barmer.  

Als gleichsam interessant erwies sich die Vorstellung verschiedener Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien und anderer weiterführender Einrichtungen.

Lisa Kühn, Schülerin der Klasse 11, wertschätzt vor allem die andere Art, auf das Studium vorzubereiten. Indem Improvisationstheater inszeniert, Pyramiden aus Menschen gebaut wurden, illustrierten sich derartige Verhaltenseigenschaften, wie  Umgang mit schwierigen Situationen, Teamfähigkeit, Verlässlichkeit auf und Vertrauen in andere Personen. Jene Art des Agierens führe aus ihrer Sicht dazu, dass man es lernt, sich neuen Herausforderungen zu stellen. 

Die Jahrgangsstufe 12 absolvierte in diesen Unterrichtstagen eine Intensivwoche zu den schriftlichen Abiturprüfungen. 

 

Laura Geiler, Mai Dang Thi, Anastasia Jegorowa

Fächerverbindender Grundkurs „Künstlerische Medien“,   Klasse 11,

Johann-Walter-Gymnasium