Schüleraustausch USA

Torgauer Gymnasiasten erkunden Delaware I
 

Torgau. Die Unterstützung durch das German-American-Partnership-Program und die Bildungsagentur, angespartes Geld oder „Fördermittel“ der Eltern und Großeltern sowie das Engagement der beiden Lehrerinnen Gabriele Klemm und Judith Henke machen’s möglich: Am kommenden Sonnabend reisen 23 Schüler des Torgauer Johann-Walter-Gymnasiums (JWG) zu einem dreiwöchigen USA-Aufenthalt nach Wilmington (Bundesstaat Delaware) – 6.585 Luftlinien-Kilometer von der Heimat entfernt. 
Seit dem Herbst des Vorjahres bereiten sich die Zehntklässler aufs große Erlebnis vor. Neben umfangreicher Information und allumfassender Organisation stand besonders die Einstudierung eines deutschen Kulturprogramms auf dem Plan – und das Bekanntmachen mit den amerikanischen Partnern. Die 15- bis 17-Jährigen werden bei privaten Gastfamilien untergebracht, mit denen sie schon seit November via E-Mail und Facebook regen Kontakt praktizieren. 
Jetzt aber steigt die Spannung täglich. „Ich zähle schon die Tage“, fiebert Francie Blume dem Abenteuer USA entgegen. Aber auch die Vorfreude wächst, so wie bei Josephine Gebhardt: „Besonders freue ich mich auf die Ausflüge und die Möglichkeit, mein Englisch zu verbessern“. 
Das Programm bietet dafür die besten Voraussetzungen. Neben dem Besuch der amerikanischen Schulen – die Torgauer sind auf insgesamt drei Schulen aufgeteilt – steht das Kennenlernen von Land und Leuten im Mittelpunkt. Die Erkundung der Gastgeber-Stadt, Ausflüge nach New York, Philadelphia und Washington sowie der Besuch des Parlamentes von Delaware gehören ebenso zum 23-Tage-Programm wie das Erleben des amerikanischen Familienalltags. 
„Seit nun schon 17 Jahren bieten wir diesen Austausch an, aber so viele Teilnehmer wie in diesem Jahr hatten wir noch nicht“, freut sich Englischlehrerin Gabriele Klemm auf die Reise. Als Pädagogin am damaligen Joe-Polowsky-Gymnasium knüpfte sie 1996 in den USA die Austauschkontakte.   
Im Folgejahr wurde zum Torgauer Elbe Day mit dem Brandywine School District ein Vertrag geschlossen und der Austausch seitdem zweimal jährlich praktiziert: Im März fliegen die Torgauer von Frankfurt / Main nach Philadelphia und dann geht’s weiter per Bus nach Wilmington, vor den Sommerferien besuchen die gleichaltrigen amerikanischen Schüler für drei Wochen ihre deutschen Partner. 
Am 25. März sind die Torgauer JWGler zurück. Dann rüsten sie sich für den Juni, wenn die amerikanischen Jugendlichen für drei Wochen Stadt, Schule, unser Land und ihre deutsche Gastfamilie kennenlernen wollen. Und dann möchten die Torgauer etwas bieten… 

Bild 1:     Auch die beiden Englischlehrerinnen Judith Henke und Gabriele Klemm (links) freuen sich auf die USA-Reise.

Text / Foto: Alexandra Reinboth

 

Torgauer Gymnasiasten erkunden Delaware II

Torgau / Wilmington. Schon seit 17 Jahren gibt’s den Schüleraustausch zwischen dem Torgauer Johann-Walter-Gymnasium und dem Brandywine School district im US-Bundesstaat Delaware. Seit einer Woche erkunden 23 Torgauer Zehntklässler mit ihren beiden Lehrerinnen Gabriele Klemm und Judith Henke die Gastgeber-Stadt Wilmington (70.000 Einwohner) und die Region an der amerikanischen Ostküste. Alexandra Reinboth (15) informiert für die Torgauer Zeitung aktuell.
Am vorigen Sonnabend begann das Abenteuer USA. Nach der morgendlichen ICE-Fahrt von Leipzig nach Frankfurt / Main (Bild 1) startete am Mittag unsere US-Airways-Maschine, ein Airbus A 333, zum Achtstunden-Flug über den Atlantik nach Philadelphia. Wegen der Zeiteinholung (sechs Stunden liegt Wilmington hinter Torgau zurück) erreichte die Torgauer Delegation schon am Nachmittag den International Airport. Von dort fuhr ein Bus zur Wilmingtoner Concord High School, wo bereits die Gastfamilien die Ankömmlinge mit großem Hallo erwarteten (Bild 2).
Das Einleben in den Gastfamilien gelang den Torgauern sehr unkompliziert und schnell, denn schon in Vorbereitung der Reise standen die Schüler und Eltern im Kontakt, lernten sich via E-Mail und facebook kennen. Liebevoll wurden die JWGler in den Familien aufgenommen, schnell fühlen sich alle heimisch. Spätestens nach dem Familien-Sonntag waren alle bestens integriert. Der sprachliche Kontakt auf Englisch wird täglich besser – Praxis ist doch die beste Sprachlern-Schule. 
Die ersten zwei Schultage waren eindrucksvoll. Die an drei Schulen verteilten Torgauer erlebten in den Klassen ihrer Gastschüler den High School-Alltag. Am Mittwoch trafen die 15- bis 17-jährigen JWGler an der Temple University in Philadelphia  (Bild 3) – eine runde Busstunde von Wilmington entfernt – auf deutschlernende Studenten. 
Das Freizeitprogramm ist abwechslungsreich. Das Kennenlernen der amerikanischen Lebensart, die Essgewohnheiten, der Alltag, das Familienleben – alles beeindruckt die Schüler. Als einen ersten Höhepunkt erlebten die Torgauer den Besuch einer wundervollen Blumenschau im englischen Stil. Denn: Auch die Amerikaner warten nach einem langen Winter auf den Frühling. Aber an der Ostküste meldete sich nochmals der Winter zurück. Deshalb wurde der ursprünglich für Donnerstag geplante Ausflug nach New York verschoben. 
Das Programm der dreiwöchigen Reise sieht neben zehn Unterrichtstagen auch Ausflüge in die Region vor: Von den Reisen nach New York und Washington sowie der Fahrt in die Delaware-Hauptstadt Dover gibt’s nächste Woche einen weiteren Report.

Alexandra Reinboth

 
Torgauer Gymnasiasten erkunden Delaware III

Torgau. Zwei Drittel des Aufenthalts von 23 Torgauer Gymnasiasten und ihrer beiden Lehrerinnen im amerikanischen Wilmington sind absolviert. Bevor die Schüleraustauschgruppe am kommenden Montag wieder in Torgau erwartet wird, berichtet Alexandra Reinboth vom Besuch im Bundesstaat Delaware – heute vom Lernen an den amerikanischen High Schools.
Zwölf Torgauer Gymnasiasten besuchen die Concord High School in Wilmington, die anderen elf Schüler sind auf zwei weitere Schulen im Brandywine Scholl District aufgeteilt. Insgesamt zehn der 22 Tage des Austauschprogramms sind für den Schulalltag reserviert. Die Torgauer sind aufmerksame Neu-Schüler.
„Hier in der High School läuft der Unterricht ganz anders ab, und er endet immer zur gleichen Zeit“, bemerkt Theresa Bochow-Ehlich große Unterschiede zum deutschen Schulsystem. Um 7.30 Uhr beginnt die Schule. Insgesamt gibt’s sieben Fächer, jeden Tag sechs Schulstunden zu je 50 Minuten – und immer ein anderer Raum.   „Ich denke aber, die Abwechslung fehlt, jeden Tag die gleichen Fächer“, vermisst Lucas Geschawitz die Vielfalt eines Fächerangebots so wie in Deutschland. 
Und Paula Röver ergänzt: „So richtig findet man bei jeweils nur 50 Schulminuten gar nicht in den Stoff“. Trotzdem sieht die Torgauerin auch Positives. „Ich würde mich über ein gemeinsames Mittagessen an unserer Schule in einer großen Kantine so wie in den USA freuen“, findet die 16-Jährige das amerikanische System der Mittagsversorgung an Schulen nicht schlecht. Selbst Mitgebrachtes oder in der Cafeteria Gekauftes konsumieren die Schüler in der 30-minütigen gemeinsamen Lunch-Pause. 
Zudem existiert eine sehr großzügige inhaltliche Ausrichtung. Da steigt im Französisch-Unterricht schon mal eine Party von selbst mitgebrachtem Essen. Und auch das Bewertungssystem unterscheidet sich vom deutschen. In Amerika werden keine Noten von 1 bis 6 verteilt, sondern die Buchstaben A (bestens), B, C, D und F (schlecht). Besonders fällt auch die andere Bekleidung der amerikanischen Schüler auf: Keine Schuluniformen, wenig Modisches, sondern Jogginghosen, College-Pullover und Hausschuhe sind hier angesagt.
Die High School in den USA gilt als Einheitstyp für die schulische Ausbildung auf dem Niveau der Sekundarstufe und ist ungefähr mit der deutschen Typ der Gesamtschule vergleichbar. Das Niveau der Bildung an den drei Wilmingtoner Schulen kommt jedoch nicht ans deutsche heran.

Alexandra Reinboth

Torgauer Gymnasiasten erkunden Delaware IV

Torgau. Es war der 17. Austausch von Schülern des Torgauer Gymnasiums mit dem Brandywine School District im Bundesstaat Delaware. Für 22 Tage erlebten 23 Johann-Walter-Gymnasiasten die USA. Von ihrer Reise, den Eindrücken und Erlebnissen berichtet Alexandra Reinboth.
Neben dem Miterleben des amerikanischen Familienalltages und den Erfahrungen von insgesamt elf Unterrichtstagen an drei High Schools in der Austauschstadt Wilmington waren natürlich die Reisen in die großen Zentren der mittleren Ostküste die Höhepunkte der Fahrt. Neben dem Besuch von Philadelphia (mit 1,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt in Pennsylvania) hinterließ der Aufenthalt im drei Busstunden entfernten New York City den nachhaltigsten Eindruck (Bild 1). Rockefeller Center, Central Park, Broadway, Times Square, Central Station (Bild 2)– hier spürten wir den Puls der Acht-Millionen-Metropole hautnah. Der Blick vom Empire State Building bleibt unvergesslich. 
Auch der Ausflug in die Hauptstadt Washington begeisterte (Bild 3). Natürlich besichtigten wir das Weiße Haus und das Capitol Building (Bild 4), aber auch die vielen Gedenkstätten  und die Museen der Stadt (der Eintritt ist frei) waren sehenswert. Und auch die Delaware-Hauptstadt Dover bereisten wir. Im Parlament des Bundesstaates lernten wir Aktuelles aber auch die Geschichte der Region kennen.
Nach einem von den deutschen Schülern gestalteten Abschlussabend – in einem bunten Programm in Form einer Fernsehsendung wurde über Deutschland informiert und einem gemeinsamen Essen für alle Schüler und die Austauschfamilien – mussten wir am übernächsten Tag Abschied nehmen. Abschied von einem großartigen Land mit wunderbaren Menschen. In einem Acht-Stunden-Flug ging's über den Atlantik durch die Nacht und fünf Zeitzonen von Philadelphia zurück nach Frankfurt / Main. ICE und Regionalbahn brachten uns am 25. März planmäßig wieder nach Torgau. 
Nun freuen wir uns aufs Wiedersehen: Im Juni werden dann die Torgauer ebensolche lieben Gastgeber sein. Und dann stellen wir unsere Heimat vor.

Alexandra Reinboth