Musik-Theater-Projekt - Der Anfang

Die Jetzt Zeit Legende – Eine Gemeinschaftsproduktion der Kreismusikschule „Heinrich Schütz“ und des Johann-Walter-Gymnasiums Torgau

Idee der Inszenierung:

Sie erwuchs aus der Relevanz der Künste in all ihren Formen für die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit des Schülers.
So initiierten Lehrer und Schüler der Kreismusikschule „Heinrich Schütz“ und des Johann-Walter-Gymnasiums Torgau das Musik-Theater-Projekt Jetzt Zeit Legende, an welchem ca. 90 Mitwirkende teilnehmen.

Auf Grundlage der Problematik unerfüllter Liebe in Folge gesellschaftlicher Gegensätze versucht die zu erzählende Geschichte, Romeo und Julia im Vergleich mit anderen Stücken, wie West Side Story und Königskinder,  zu thematisieren.

Das Sujet, die Textvorlagen und den dramatischen Ablauf erarbeitete Elvira Dreßen  (Leiterin der Kreismusikschule), in deren Händen auch die künstlerische Gesamtleitung liegt. 

In dieser zielgerichteten Gemeinschaftsproduktion sehen wir eine hervorragende Möglichkeit, durch das Zusammenwirken nuancierter Künste Jugendliche für das individuelle und kollektive Erleben aufzuschließen, zu motivieren, zu begeistern, langfristig und bleibend. Sie können sich interessenspezifisch ausprobieren, vervollkommnen und dabei gleichzeitig lernen, Verantwortung zu übernehmen.

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Eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit beider Bildungseinrichtungen existiert bereits seit mehreren Jahren in dem Projekt „Klassenmusizieren“, in dem alle Schüler ein Blas- oder Streichinstrument erlernen können. Jene ganzheitliche Herausforderung ermöglicht das Trainieren kognitiver  und kreativer Kompetenzen. Gleichermaßen schult sie körperliche Fähigkeiten, wie Motorik und Koordination.

Primäre Intention des vereinten Tätigseins ist es, sich dem Schüler in seiner Individualität annehmen zu können, ihn sowohl fachlich als auch pädagogisch zu betreuen.

Ausgehend von der monumentalen Relevanz der Musik, betrachten wir die Kooperation beider Partner als hohes Potenzial, den Lebenslauf eines    Kindes positiv zu beeinflussen.

Hauptziel des Projektes:

Jenes besteht darin, gemeinsam eine Musik-Theater-Inszenierung zu kreieren, in welcher die Jugendlichen die Protagonisten auf, vor und hinter der Bühne verkörpern.


Sie kommunizieren mittels gesprochener Sprache, nonverbaler Artikulationen, Gesang und Tanz.

Die Mädchen und Jungen setzen sich mit den jeweiligen Rollen auseinander, hauchen ihnen Leben ein, identifizieren sich mit oder distanzieren sich von den veranschaulichten Verhaltensweisen.

Ihre Mitschüler aus der Jahrgangsstufe 10 des künstlerischen Profils haben einen Teil der Dialoge selbst geschrieben, die es nun gilt zu inszenieren.

Die Klasse 8 des künstlerischen Profils erarbeitet gegenwärtig eine Sequenz zu der Thematik der Königskinder, die Jugendlichen der Klasse 9 beschäftigen sich mit zu führenden Interviews zu der Problematik in der Stadt Torgau.

Beide Elemente werden audiovisuell in die Handlung integriert.

Diese wird getragen von der Musicalgruppe und dem Projektorchester der Kreismusikschule sowie der Theatergruppe und der Orchester- Band des Johann-Walter-Gymnasiums.

Die Schüler der Theatergruppe des Gymnasiums agieren einzeln, aber auch in gemeinsamen Choreografien mit der Musicalgruppe der Musikschule, angeleitet von  Jana Ressel, Choreografin an der Musikhochschule Leipzig.

Die Band gehört zur festen Dramaturgie des Werkes, Sänger und Tänzer setzen die Aktionen in Szene.

Dieses Ineinander-Greifen, Verknüpfen, Vernetzen der künstlerischen Ensembles, verleiht der Inszenierung Kraft und Ausdrucksstärke und muss in ihrer Synthese zu einem besonderen Erlebnis führen.

Inhaltliche Details: 

Eine Geschichte wird erzählt, von Jugendlichen und mit Jugendlichen.

Offenbart wird ein immer wiederkehrender Mythos – der der einzigen Liebe aus so einzigem Hass.

Die Handlung ist eine Übertragung von William Shakespeares Tragödie Romeo und Julia in eine Stadt in Deutschland der Gegenwart.

Die Liebesgeschichte spielt dabei vor dem Hintergrund unterschiedlicher ethnischer Gruppen und deren Wertvorstellungen, die religiös und familiär bedingt sind.

Sie tangiert differenzierte Lebenswelten, versinnbildlicht konträre Auffassungen über Mitmenschlichkeit und Partnerschaft und reflektiert den Geist unserer Zeit.

In Tony und Laila erfüllt sich das Wunder bedingungsloser Liebe. Diese intendierte Aussage des Werkes, aber auch die Gegensätze der  aufeinandertreffenden Kulturkreise will die Inszenierung vermitteln.


 

Als Bereicherung der kooperativen Tätigkeit sehen wir die Möglichkeit des Einbeziehens behinderter Menschen der „Lebenshilfe“ Torgau in unser Projekt.

Menschen sind nicht nur anders, sie sind auch anders anders. Damit wird die Kreativität  jedes Einzelnen zu einer unerschöpflichen Ressource in dem gemeinsamen Tun. In dem gegenseitigen Erleben, Ergänzen, Wertschätzen liegt hierbei unser besonderes Augenmerk.   

Die Jetzt Zeit Legende berührt die zentrale Frage: Kann Liebe die Vorurteile und Konflikte, welche unsere heutige Welt beherrschen, auslöschen?

Indem wir diese tragische Liebesgeschichte mit den Mitteln und dem Stil eines

Musicals erzählen, erwächst aus der erschreckend realen bitteren Situation der keimende Gedanke der Hoffnung, den jeder Rezipient für sich zu erkennen vermag. 

Liebevolle Details prägen dahingehend das Bild einer vernünftigeren zukünftigen Vision des Daseins.

Alle dramatischen Künste – Musik, Sprache, Tanz und Szene – verbinden sich zu einem harmonischen Ganzen, dessen Primat die mitreißende Leidenschaft verkörpert.

Projektentwicklung:

● September 2010:    - Vorstellen der Idee sowie Erarbeiten des Sujets und der  Texte durch Elvira Dreßen

                                  - Erste Absprachen zwischen den beteiligten Lehrern und den Schulleitungen

                                  - Fixieren des zeitlichen Rahmens

                                  - Bekanntmachen der Schüler mit den Inhalten des gemeinsamen Projektes

                                  - Werben interessierter Schauspieler und Tänzer für die Theatergruppe

                                  - Gezieltes Ansprechen der Instrumentalisten für die Orchester-Band

 

● Oktober 2010:         - Beginn der Tätigkeit der Theatergruppe: wöchentlich Donnerstag, 15:30 – 17:30

                                   - Anfang der Proben der Orchester-Band: wöchentlich Mittwoch, 15:45 – 16:15

 

● November 2010:      - Verfassen der Texte zu ausgewählten Szenen durch die Schüler des künstlerischen 
                                     Profils der Klasse 10

                                   - Inszenieren der Texte durch gezielte Proben, wie oben ausgewiesen

 

● Dezember 2010:     - Kennenlernen der Choreografin Jana Ressel

                                  - Inspiration der Schauspielschüler durch das Vortragen erster Songs der
                                    Musicalgruppe

                                  - Proben siehe oben

 

● Januar 2011:             - Proben zur Choreografie, wöchentlich Mittwoch, 15:15 – 18:00

                                    - Proben zum Schauspiel und zur Choreografie, wöchentlich Donnerstag, 15:30 –
                                     17:30

                                    - Bandproben wie benannt

 

● Februar – Mai 2011:  - Fortsetzen der Probentätigkeit in der Vernetzung Schauspiel -Tanz-Gesang-
                                       Orchester

                                     - Erarbeiten der audiovisuellen Sequenzen Königskinder und Interviews durch die
                                       Schüler des künstlerischen Profils

 

● Juni 2011:                   - Intensive Proben zur Vorbereitung der Aufführung

                                      - Dreimalige Aufführung der Inszenierung Jetzt Zeit Legende im Kulturhaus

   

Freuen Sie sich mit uns auf dieses Erlebnis im Juni 2011.

Dr. Gabriele Hönicke

Fachleiterin des musisch-künstlerischen Bereichs